Tierschutz
Was ist Tierschutz?
Der Tierschutz hat in den letzten Jahren - nicht zuletzt durch die ausführliche Diskussion in der Öffentlichkeit - einen hohen Stellenwert erhalten. Er stellt die Amtstierärztinnen und Amtstierärzte vor anspruchsvolle und zeitaufwändige Aufgaben, die neben dem Fachwissen ein besonderes Geschick im Umgang mit den Tieren erfordern. Landwirtschaftliche Tierhaltungen, Schlachthöfe und Tiertransporte sind ebenso zu überwachen wie Tierversuchseinrichtungen, Zoohandlungen und Zirkusbetriebe.
Schutz des Lebens und Wohlbefindens der Tiere durch Überwachung und Beaufsichtigung von Nutztierhaltungen und Heimtierhaltungen
Verhütung von Tierleiden durch Ermittlung und Ahndung von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz
Kontrolle von Tiertransporten
Aufklärung über artgerechte Tierhaltung
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Haustiere“
Neben offensichtlichen Fällen (mutwilliger Tierquälerei, Aussetzen von Tieren, grober Vernachlässigung) spielt hier die nicht „artgerechte“ Haltung die Hauptrolle. Obwohl domestizierte Tiere weitgehend an das Leben mit dem Menschen angepasst wurden, haben sie doch auch Mindestansprüche an ihre Lebensbedingungen: neben passender Ernährung vor allem ausreichende Bewegungsmöglichkeiten, Beschäftigungsangebote und ein ausreichender Sozialkontakt zu Artgenossen oder zumindest ersatzweise zum Menschen. Besonders problematisch ist die private Haltung von nicht domestizierten Wildtieren. Diese stellen Haltungsansprüche, die ohne ausreichende Sachkenntnisse und ausreichende materielle Mittel kaum erfüllbar sind.
Zu den Inhalten des Tierschutzes gehört auch die Betreuung verwilderter Haustiere, etwa Katzen oder Tauben. Diese Tiere sind als Nachfahren domestizierter Haustiere nicht oder nur bedingt fähig, für sich selbst zu sorgen.
Häufige Hundekrankheiten
Parvovirose
Viruskrankheit, hervorgerufen durch den Parvovirus, mit akuter Anfangsphase und, variabler Mortalität, die vor allem Welpen befällt. Hauptsächlich ist der Darm betroffen, und das Hauptsymptom sind blutige Durchfälle; diese werden oftmals begleitet von Dehydrierung, Kraftlosigkeit und Erbrechen. Zu Beginn ist die Temperatur zunächst normal, in der Schlussphase besteht Untertemperatur. Die Streblichkeitsrate variiert, abhängig vom Alter und Zustand des Tieres sowie vom jeweiligen Virenstamm.
Die Behandlung erfolgt mit Durchfallmitteln, Vitamin K und vor allem einer massiven Gabe von Flüssigkeit durch Infusionen, die in einem Zeitraum von 72 Stunden sehr effektiv sein kann. Wie bei jeder Viruskrankheit ist zur Prävention eine Impfung möglich, die im frühen Welpenalter beginnen sollte (ab einem Alter von sechs Wochen) und jährlich wiederholt wird.
Leptospirose
Infektionskrankheit, hervorgerufen durch Leptospiren, die abhängig von der Art entweder den hämorrhagischen oder den hepatitischen Typ hervorrufen. Die Krankheit befällt Hunde jedes Alters, aber am häufigsten Rüden. Die Symptome sind, abhängig vom Typ, sehr verschieden, aber allgemein kommen vor: Magersucht, Erbrechen, Fieber, Bindehautentzündung, Schmerzen im Lendenbereich, Gelbsucht, Muskelsteifheit. In der Endphase kann eine Nierenentzündung hinzukommen. Die Sterblichkeitsrate ist nicht sehr hoch, wenn so früh wie irgend möglich mit der passenden Behandlung begonnen wird.
- Vorbeugung und Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit den passenden Antibiotika in hohen Dosen, begleitet von einer Behandlung der Symptome. Die Grundimmunisierung kann mit zwei Monaten begonnen werden, und die Impfung sollte jährlich aufgefrischt werden.
Hepatitis
Eine ansteckende Hundekrankheit, hervorgerufen durch einen Virus, deren Auswirkungen von leichtem Fieber und geröteten Schleimhäuten bis zu schweren Depressionen, massiver Leukopenie (Reduktion der weissen Blutkörperchen) und langandauernder Hämorrhagie (Blutgerinnungsstörung) reichen können. Es gibt vielfältige Symptome, vom leichten Fieber bis zum dramatischen Verlauf, der durch Apathie, Magersucht, Durst, Bindehautentzündung, Bauchschmerzen usw. gekennzeichnet ist.
- Vorbeugung und Behandlung
Es können nur die Symptome behandelt werden, wie bei allen Viruserkrankungen, so dass eine frühe Grundimmunisierung und eine jährliche Auffrischimpfung von grösster Wichtigkeit sind.
Hautallergien
Sie rufen eine Hautreaktion von begrenztem oder grösserem Ausmass hervor, abhängig von der Art der Allergie. Sie werden durch Allergene ausgelöst, gegen die der Körper reagiert, was verschiedene Hautprobleme hervorrufen kann. Man muss unterscheiden zwischen Kontaktallergien, die dort entstehen, wo die Haut in direkten Kontakt mit dem Allergen gekommen ist, und den indirekten Allergien, die durch das Fressen einer allergenen Substanz hervorgerufen werden. Sie unterscheiden sich von der ersteren vor allem darin, dass die Hautveränderungen symmetrisch auftreten. Das Hauptsymptom ist Juckreiz, wodurch sich das Tier dauernd kratzt und dadurch Komplikationen auslöst wie Wunden, eiternde Pusteln usw. Diese können dann bakterielle Infektionen nach sich ziehen.
- Vorbeugung und Behandlung
Die Behandlung basiert auf Antihistaminen, Kortikoiden und komplizierten Therapien, begleitet von Breitbandantibiotika. Es ist eine schwer zu heilende Krankheit, und immer, wenn der Hund mit dem selben Allergen wieder Kontakt bekommt, kann der ganze Prozess von vorne losgehen. Man muss sehr vorsichtig sein mit Shampoos zur Körperpflege des Tiers; dies ist einer der häufigsten Auslöser von Kontaktallergien. Zusätzlich muss man mit der Ernährung aufpassen.
Verstopfung
Fälle von Verstopfung kommen in einer Tierarztpraxis nahezu täglich vor. Meist werden sie dadurch ausgelöst, dass der Hund einen Fremdkörper verschluckt hat, wie z.B. Bälle, Stoffstücke, eben alles, was der Hund gern hat (wie ein Stück Sofa). Eine andere Ursache für Verstopfung ist die Bildung von Fecalomen (Kotsteinen), die meistens durch den übermässigen Verzehr von Kalzium ausgelöst werden (Knochen!); dies verursacht eine Verkalkung des Kots, der dann nicht mehr wie üblich weitertransportiert und ausgeschieden werden kann.
- Vorbeugung und Behandlung
Die Behandlung bei leichten Beschwerden besteht aus der Gabe von darmentspannenden Mitteln, bis der Fremdkörper oder Kotstein auf natürlichem Wege ans Tageslicht kommt; wenn das nicht klappt, ist eine Operation die einzige Lösung.
Hüftgelenksdisplasie
Eine heftig diskutierte Krankheit, die in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat und durch den hohen Grad an Inzucht bei bestimmten Rassen weiterverbreitet wird, insbesondere bei grossen oder schweren Rassen. Es ist eine genetische und degenerative Krankheit, die den Hüftgelenkskopf betrifft, der aus der Gelenkpfanne springt und schliesslich zerstört wird. Man unterscheidet verschiedene Grade der Krankheit. Die betroffenen Tiere vererben die Krankheit möglicherweise an Ihre Nachkommen weiter, weshalb mit ihnen nicht gezüchtet werden darf.
- Vorbeugung und Behandlung
Die Behandlung erfolgt durch eine Operation, bei der eine Prothese eingesetzt und das Gelenk wiederhergestellt wird. Es ist eine komplizierte und teure Operation, dafür ist das Resultat aber sehr zufriedenstellend.
Leishmaniose
Durch Protozoen hervorgerufene Krankheit, die durch den Stich der Sandmücke übertragen wird. Es ist eine Krankheit mit langsamem Verlauf, die sich über Jahre hinziehen kann. Das Tier magert kontinuierlich ab, obwohl es normal frisst. Typischere Symptome sind Hautprobleme, begleitet von Haarausfall, schuppiger Haut, die zur Krustenbildung führt, Entzündungen und Geschwürbildung. Die Krallen sind brüchig und wachsen übermässig. Die Nervenknoten verdicken sich. Dazu können Nasenbluten und Horn- oder Bindehautentzündungen kommen.
- Vorbeugung und Behandlung
Die spezifische Behandlung erfolgt mit dreiwertigem Antimon.
Herzwurm
Die Krankheit wird durch einen Wurm, genauer gesagt Dirofilaria inmitis, hervorgerufen, der sich im Herz festsetzt, nachdem er sich im Blutkreislauf entwickelt hat. Er schädigt das Herz, verursacht Thrombosen und Infarkte. Die Krankheit wird charakterisiert durch ein Herz-Lungen-Syndrom und eine Herzinsuffizienz, mit Symptomen wie Müdigkeit, Husten, Atemnot usw.; als Komplikation kann ein Lebersyndrom auftreten durch Schädigung der Hohlvene, oder Aszitis (Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum); all dies kann schnell zum Tod führen.
- Vorbeugung und Behandlung
Es gibt eine spezifische Behandlung gegen die Würmer, die sie abtöten kann; allerdings entsteht dadurch das Problem, dass diese vom Herzen aus in den Blutkreislauf gelangen und Thrombosen auslösen können. Deshalb muss die Behandlung unter strenger tierärztlicher Aufsicht geschehen.
Darmparasiten
Hierunter versteht man eine Gruppe von Erkrankungen, die gemeinsam haben, dass sie durch Parasiten des Verdauungssystems ausgelöst werden. Bei Darmparasiten gibt es zwei Arten: Spulwürmer (runde Würmer) und Bandwürmer (flache Würmer). In leichten Fällen treten nahezu keine Symptome auf, wohingegen in schweren Fällen alle Arten von Darmsymptomen vorkommen können: Erbrechen, Durchfälle mit und ohne Blut, Magersucht, nervöse Veränderungen, Analjucken usw. Biitte beachten Sie, dass einige dieser Parasiten für Menschen und vor allem für Kinder ansteckend sein können.
- Vorbeugung und Behandlung
Es gibt viele wirksame Mittel gegen die eine oder andere Art von Darmparasiten, und es gibt Breitbandmittel, die gegen alle auf einmal wirken. Die Entwurmung ist wichtig, um die Ansteckung von Menschen zu verhindern, und sollte deshalb drei- bis viermal pro Jahr durchgeführt werden.
Räude
Die Krankheit wird hervorgerufen durch mikroskopisch kleine Spinnentiere verschiedener Arten, die unter der Oberhaut leben und Gänge in der Haut bohren, wodurch sie geschädigt wird. Bei starkem Befall kann es eine sehr schwerwiegende Krankheit sein, die sogar zum Tod führen kann. Die Symptome sind Hautverletzungen, eiternde Stellen, Juckreiz und im Endstadium Haarausfall. Auch wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist, ist doch die Ansteckung von Menschen möglich.
- Vorbeugung und Behandlung
Die Behandlung der Räude ist kompliziert, denn äusserlich aufgetragene Mittel erreichen den Parasiten nicht richtig, und die innerlich anzuwendenden Medikamente sind recht giftig; dennoch gibt es wirksame Mittel, um die Krankheit zu bekämpfen, insbesondere im Anfangsstadium.
Äußerliche Parasiten
Die wichtigsten äusserlichen Parasiten beim Hund sind Flöhe und Zecken. Flöhe sind saugende Insekten, die enorm hoch springen können und speziell für diesen Zweck angepasste Hinterbeine haben. Sie verursachen einen kleinen Ausschlag, der ein paar Tage lang wegen allergischer Prozesse schrecklich juckt. Andererseits können sie aber auch eine generelle allergische Reaktion der ganzen Haut hervorrufen.
Zecken sind Spinnentiere, bei denen sich die Geschlechter stark unterscheiden, und die sich von Blut ernähren, das sie saugen, während sie an der Haut des Opfers hängen. Das schlimmste an diesen Parasiten ist, neben dem Auftreten von Blutarmut bei extremem Befall, dass sie andere Krankheiten wie Babesiose übertragen können.
Beide Parasiten können auch den Menschen befallen, wobei das Augenmerk auf Zeckenbissen liegen sollte, die sehr schwere Krankheiten auslösen können.
- Vorbeugung und Behandlung
Die Vorbeugung erfolgt durch äusserlich anzuwendende Insektenabwehrmittel, die es von vielen Herstellern in verschiedenen Darreichungsformen gibt. Neuerdings gibt es auch Behandlungsformen zur innerlichen Anwendung, sowohl zum Einnehmen als auch als Injektion, jedoch hauptsächlich gegen Flöhe. Es ist wichtig, dass die Zecke nicht entfernt werden darf, bevor sie getötet wurde, denn sonst könnte das Mundwerkzeug der Zecke abreissen und in der Haut des Hundes steckenbleiben, was zur Zystenbildung führt. Wenn Sie eine Zecke am Hund entdecken, ist ein bekanntes Hausmittel, um die Zecke zu töten, Öl auf sie zu tropfen und ein paar Minuten zu warten, bis sie erstickt ist.
Artgerechte Hundehaltung
Ein Hund darf in einem Zwinger nur gehalten werden, der den Anforderungen entspricht. In einem Zwinger muss dem Hund – entsprechend seiner Widerristhöhe - folgende uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche zur Verfügung stehen:
6, 8 oder 1o qm – plus Fläche für die Hütte.
Für jeden weiteren in demselben Zwinger gehaltenen Hund muss zusätzlich die Hälfte der vorgeschriebenen Zwingerfläche zur Verfügung stehen. Mindestens eine Seite des Zwingers muss dem Hund freie Sicht nach außen ermöglichen. Befindet sich der Zwinger in einem Gebäude, muss für den Hund der freie Blick aus dem Gebäude heraus gewährleistet sein.Es ist nicht erlaubt einen Hund in einem Zwinger anzubinden.
Die Anbindung
- muss an einer Laufvorrichtung, die mindestens sechs Meter lang ist, gleiten können,
- so bemessen sein, dass sie dem Hund einen seitlichen Bewegungsspielraum von mindestens fünf Metern bietet
- so angebracht sein, dass der Hund unbehindert seine Schutzhütte aufsuchen, liegen und sich umdrehen kann.

Sowohl bei Zwingerhaltung als auch bei Anbindehaltung muss der Boden trittsicher und so beschaffen sein, dass er keine Verletzungen oder Schmerzen verursacht und leicht sauber und trocken zu halten ist.
Die Anbindung ist verboten bei einem Hund bis zu einem Alter von zwölf Monaten, einer tragenden Hündin im letzten Drittel der Trächtigkeit, einer säugenden Hündin, einem kranken Hund, wenn ihm dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt würden.
Artgerechte Katzenhaltung
Katzen in der Wohnung zu halten, kann durchaus artgerecht sein, wenn einige Punkte eingehalten werden. Hierzu zählen auf jeden Fall:
- Kratzbaum
- Kletterplatz
- Schlafplatz
- Fressplatz
- Katzentoilette
Wer sich keinen Kratzbaum in die Wohnung stellen möchte, kann auch einfach ein altes Stück Teppich an der Wand befestigen. Dies erfüllt meistens den selben Zweck wie ein Kratzbaum. Ebenso erfüllen einige Regalbretter in verschiedenen höhen an der Wand angebracht auch den Zweck eines Kratzbaumes. Katzen lieben es, das Geschehen in der Wohnung von einer Erhöhung zu beobachten.
Katzen lieben gleichförmige Abläufe. Soll heißen, wenn Sie jahrelang nichts an Ihrem Wohnungsinventar verändern und dann plötzlich neue Möbel kaufen, könnte das Ihrer Katze einen Schreck versetzen. Dem können Sie Abhilfe schaffen, indem Sie ab und an kleine Veränderungen in Ihrer Wohnung vornehmen.
Katzen sind zwar nicht so abhängig vom Menschen, wie besipielsweise ein Hund, aber Sie bauen trotzdem eine innige Beziehung zum Menschen auf. Es ist auch wichtig mit der Katze bestimmte Rituale zu pflegen, wie eine Spielstunde oder ähnliches. Man sollte aber die Katze zu nichts zwingen, denn, sie machen nur das, was sie gerade interessant finden.
Landwirtschaft
Besonders in der industriell betriebenen Landwirtschaft, in der sich die Bedingungen von Zucht, Haltung, Ernährung, Transport und Schlachtung unter Berufung auf wirtschaftliche Notwendigkeit am Maßstab maximaler Produktivität orientieren, sind Defizite gegenüber den Forderungen einer tierschutzgerechten Haltung vorgegeben.
Eine tierschutzgerechte „Nutztierhaltung“ orientiert sich an den biologischen Merkmalen und Bedürfnissen der jeweiligen Tierart. Soziale Tiere werden in entsprechenden Gruppen gehalten. Die Umgebung ist strukturiert und biete artgerechte Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Ernährung der Tiere erfolgt gemäß ihren Anforderungen, und ohne Zusätze von prophylaktischen Medikamenten und Antibiotika. Es wird auf traditionelle, gesunde „Haustierrassen“ zurückgegriffen. Schlachtungen erfolgen regional, lange Tiertransporte werden vermieden. Die Schlachtung erfolgt unter Betäubung und nicht im Akkord.
Zucht
Die Zucht auf maximale Leistung artet oft in Qualzucht aus: „Legehennen“, die nach einem Jahr Haltung bei höchster Legeleistung „verbraucht“ sind und geschlachtet werden, Puten mit so schnellem Fleischzuwachs, dass das Skelett die Muskelmassen der Brust nicht tragen kann, „Milchkühe“, die auf Kosten ihrer Gesundheit mehrere tausend Liter Milch im Jahr geben, sind einige Beispiele.
Haltung
In der Tierhaltung entstehen Probleme durch die Ausrichtung auf industrielle Produktionsmethoden. Als erstes fällt die Reduzierung des Lebens- und Bewegungsraumes auf ein Minimum auf: „Legehennen“ in Käfigbatterien haben etwa die Fläche eines A-4-Blattes zur Verfügung, Säue stehen in Boxen von 200×65 cm, in denen sie sich nicht drehen können, Rinder werden angebunden gehalten.
Hinzu kommt die Ausrichtung der Haltung auf minimalen Arbeitsaufwand: „Käfighennen“ stehen auf Drahtgittern, durch die der Kot fällt, Schweine und Rinder werden auf Vollspaltenböden gehalten, durch die sie ihre Fäkalien treten müssen, sie stehen in den Ausdünstungen (unter anderem Ammoniak und Schweflwasserstoff) über der Fäkaliengrube, hinzu kommt ungenügende Beleuchtung.
Folge dieser Bedingungen sind gesundheitliche Schäden: Verletzungen der Füße, Verformungen des Skeletts und verkümmerte Muskulatur, Erkrankungen innerer Organe und nicht zuletzt Infektionen, denen man durch Zugabe von Antibiotika und prophylaktischen Medikamenten beizukommen sucht.
Zudem können die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben: eine „Käfighenne“ zum Beispiel kann weder sandbaden, noch sich zum Legen auf ein Nest zurückziehen, sie kann nicht laufen, nicht mit den Flügeln schlagen und auch nicht nach Futter scharren.
Auch das angeborene Sozialverhalten der Tiere wird ignoriert: eine Muttersau muss im Jahr 24 Ferkel zur Welt bringen (bis sie nach 2,5 Jahren diese Leistung nicht mehr erbringen kann und geschlachtet wird). Die Ferkel werden viel zu früh von der Mutter abgesetzt und mit konzentriertem Kraftfutter und Einsatz von Antibiotika in 160 Tagen zur Schlachtreife gebracht.
Folge dieser Haltungsbedingungen sind häufig Verhaltensstörungen: die Tiere verletzen sich selbst oder ihre Artgenossen. Um solche Schäden zu vermeiden, werden ohne Betäubung Ferkeln die Schwänze abgeschnitten und die Eckzähne abgeschliffen, Kälbern die Hörner entfernt oder Hühnern die Schnäbel gekürzt.
Transporte
Für Tiertransporte innerhalb Deutschlands ist eine maximale Zeit von acht Stunden gestattet, für Tiertransporte ins Ausland gibt es bei Einhaltung regelmäßiger Zwischenstationen keine zeitliche Beschränkung. Die Subventionierung von Lebendtier-Exporten fördert noch immer Transporte quer durch Europa.
Tiertransporte stellen für die Tiere einen erheblichen Stress dar. Daher fordern Tierschützer, sie auf ein Minimum zu beschränken, das heißt, die Schlachtung sollte im nächstgelegenen Schlachthof oder direkt vor Ort erfolgen.
Pelze
Noch mehr als z. B. bei der Ernährung dient die „Pelztierhaltung“ ausschließlich der Befriedigung des menschlichen Bedürfnisses nach Luxusartikeln. Sämtliche als „Pelztiere“ gehaltenen Tierarten (überwiegend Nerze, Füchse, Chinchillas und Nutrias) sind Wildtiere, und für die in Pelztierfarmen praktizierte Käfighaltung ungeeignet. Sie leiden unter diesen Bedingungen an Verhaltensstörungen und körperlichen Schäden.
Um die Pelze bei der sogenannten Ernte nicht zu beschädigen, werden die Tiere unter erheblichen Leiden überwiegend durch Stromstöße, Giftinjektionen oder Gas getötet. Nach der deutschen Schlachtverordnung ist nur die Tötung durch Kohlenmonoxid zulässig, bei der die Tiere qualvoll ersticken.
Aus Asien (vor allem Thailand, Korea und China) kommen auch Pelze von Hunden und Katzen auf den deutschen Markt. Häufig findet man sie unter Fantasienamen wie Gaewolf, Asian Wolf oder Asiatischer Waschbär (Hund) bzw Genotte, Goyangi oder Housecat (Katze).
Aus der Sicht des Tierschutzes ist die Pelztierhaltung abzulehnen.
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Gott wünscht, dass wir den Tieren beistehen, wenn sie der Hilfe bedürfen. Ein jedes Wesen in Bedrängnis hat gleiches Recht auf Schutz. Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen Schöpfers - unsere Brüder. Franziskus von Assisi (1182-1226 Heiliger, Gründer des Franziskaner Ordens)
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